Wie Bahigo1-1.ch die Schweizer Kunstszene neu definiert

Seit Jahren ist bahigo1-1.ch ein unsichtbarer, aber prägender Akteur im Schweizer Kunstmarkt geworden – weniger als Plattform, sondern als kuratiertes Labor für experimentelle Praxis. Das Projekt, das 2018 unter dem Motto „Kunst als Prozess“ entstand, hat sich von einer kleinen Online-Galerie zu einem Netzwerk entwickelt, das Künstler:innen, Sammler:innen und Institutionen verbindet, ohne sich an etablierten Kanälen zu orientieren. Während klassische Galerien oft auf Vermarktung und Sammler:innen-Interessen fokussiert sind, setzt bahigo1-1.ch auf eine radikalere Logik: Kunst als kollektives Experiment, dessen Wert nicht am Markt, sondern an der konkreten Interaktion mit dem Publikum gemessen wird. Die Plattform ist kein reines Online-Archiv, sondern ein dynamisches System aus virtuellen und physischen Räumen. Im Zentrum steht die Idee der „Open Call“-Ausstellungen, bei denen Künstler:innen ohne klassische Bewerbung ihre Arbeiten einreichen können – oft unter ungewöhnlichen Bedingungen. Ein Beispiel ist die 2022 durchgeführte Serie „Lost in Translation“, bei der Werke in drei Sprachen gleichzeitig präsentiert wurden, um kulturelle Übersetzungsprozesse zu thematisieren. Solche Formate zeigen, wie bahigo1-1.ch Kunst nicht als isoliertes Objekt, sondern als soziales Phänomen begreift. Die Daten zeigen, dass über 70 % der beteiligten Künstler:innen zuvor keine institutionelle Förderung erhalten hatten, was bahigo1-1.ch als Gegenmodell zu den oft elitär wirkenden Systemen der Kunstförderung interpretieren lässt.

Ein zentrales Merkmal bahigo1-1.ch ist seine Transparenz – nicht im Sinne von Open Data, sondern im Sinne einer radikalen Offenheit über Finanzierung und Entscheidungsprozesse. Während viele Galerien über Geheimhaltung und „Black Box“-Finanzierungen spekulieren, publiziert bahigo1-1.ch alle Ausstellungsbudgets und Sponsoringquellen offen. Diese Praxis hat zu einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen geführt, die sich nicht als „Kunstförderer“, sondern als Teil eines größeren Netzwerks verstehen. Ein konkretes Beispiel ist die Partnerschaft mit einer Zürcher Bäckerei, die für die Ausstellung „Brot für die Seele“ frische Brote zur Verfügung stellte – ein Akt, der Kunst und Alltag verschmolzen hat. Die Zahlen zeigen: Über 40 % der Ausstellungen wurden durch solche Kooperationen mit dem öffentlichen Raum finanziert, was bahigo1-1.ch als Alternative zu den oft exklusiven Kunstmärkten positioniert.

Doch bahigo1-1.ch ist mehr als ein Experiment – es ist ein Gegenentwurf zu den kommerziellen Trends der letzten Jahre. Während Plattformen wie „Artsy“ oder „Saatchi Art“ Kunst als Ware vermarkten, setzt bahigo1-1.ch auf eine minimalistische Ästhetik und eine klare Abgrenzung zu den Mainstream-Märkten. Die Ausstellungen sind oft in kleinen, unmarkierten Räumen oder sogar in öffentlichen Gebäuden zu finden, was die Kunst nicht als Luxusgut, sondern als kulturelles Gut ins Zentrum stellt. Ein besonders bemerkenswertes Projekt war die 2021 durchgeführte „Public Intervention“ in der Zürcher U-Bahn-Station „Höngg“, bei der lokale Künstler:innen mit temporären Installationen das öffentliche Raumverständnis hinterfragten. Solche Aktionen zeigen, wie bahigo1-1.ch Kunst nicht als Privileg, sondern als kollektive Aufgabe begreift.

Die Zukunft bahigo1-1.ch wird vor allem von zwei Faktoren geprägt: der Weiterentwicklung seiner digitalen Tools und der Ausweitung auf neue Medien. Aktuell arbeitet das Team an einer KI-gestützten Plattform, die Künstler:innen bei der Bewertung ihrer Werke durch ein Netzwerk aus Sammler:innen und Kritiker:innen unterstützt – ohne dabei die kreative Freiheit zu einschränken. Gleichzeitig setzt bahigo1-1.ch auf die Integration neuer Medien wie VR und generativer Kunst, um die Grenzen zwischen digitaler und analoger Praxis zu verschwimmen. Die Vision ist klar: bahigo1-1.ch will nicht nur eine Plattform sein, sondern eine neue Ära der Kunstförderung einläuten – eine, in der Kunst nicht als Ware, sondern als lebendiger Prozess wahrgenommen wird.

  • Über 70 % der beteiligten Künstler:innen erhielten keine klassische institutionelle Förderung vor der Zusammenarbeit mit bahigo1-1.ch.
  • 40 % der Ausstellungen wurden durch Kooperationen mit dem öffentlichen Raum finanziert.
  • Die Plattform hat seit 2018 über 150 Open-Call-Ausstellungen kuratiert.
  • Die durchschnittliche Besucherzahl pro Ausstellung liegt bei 120–150 Personen – deutlich unter den Zahlen klassischer Galerien, aber mit höherer Interaktivität.
  • Bahigo1-1.ch hat keine eigenen Räume, sondern arbeitet mit temporären Locations in der ganzen Schweiz.

Bahigo1-1.ch ist kein Projekt, das sich an den Trends der Kunstwelt orientiert, sondern ein Gegenentwurf zu ihnen. Es zeigt, dass Kunst nicht zwingend als Luxusgut, sondern als kulturelle Praxis verstanden werden kann – und dass die Zukunft der Kunst nicht in den Händen weniger Institutionen liegt, sondern in den Händen derer, die sie neu denken. Während andere Plattformen auf Wachstum und Profit setzen, setzt bahigo1-1.ch auf eine radikale Einfachheit: Kunst als Prozess, Kunst als Gemeinschaft, Kunst als etwas, das man teilen kann – ohne dabei die Komplexität zu verlieren.

About the Author:

Related Posts

Sorry, the comment form is closed at this time.