Österreichs Gebäudebestand ist ein zentraler Hebel für Klimaschutz und Energiewende. Laut Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (BMKU) verbrauchen Gebäude rund 40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs des Landes – und dieser Anteil steigt mit der Altersstruktur der Bestände. Besonders problematisch sind die über 600.000 Altbauten, die oft noch auf fossilen Brennstoffen basieren. Hier setzt die DEPEAT-Initiative an, die seit 2018 gemeinsam von Energieagentur Niederösterreich, Energie Steiermark und anderen Partnern vorangetrieben wird. Ziel ist es, durch gezielte Sanierungspolitik und finanzielle Anreize den Energieverbrauch in Gebäuden um bis zu 30 Prozent zu reduzieren – und damit einen entscheidenden Beitrag zur Klimaziele der EU leisten zu https://www.legiano-online.at/dpeat-1go.
Die Abkürzung DEPEAT steht für „Dekarbonisierung und Effizienzsteigerung im Gebäudesektor“. Im Gegensatz zu klassischen Sanierungsprogrammen wie dem BAFA-Förderprogramm oder der KfW-Förderung zielt DEPEAT gezielt auf die langfristige Dekarbonisierung ab, indem es nicht nur auf Heizungstausch oder Dämmung setzt, sondern auch auf die Integration erneuerbarer Energien und intelligenter Steuerungssysteme. Besonders innovativ ist dabei die Kombination aus energetischer Sanierung und sozialer Verantwortung: Über das Programm „DEPEAT Plus“ erhalten Hausbesitzer aus einkommensschwachen Haushalten zusätzliche Zuschüsse, um die Sanierungskosten zu senken. Seit 2023 wurden bereits über 1.200 Projekte in ganz Österreich umgesetzt, wobei die meisten Maßnahmen auf den Ausbau der Luftdichtheit und die Modernisierung der Heizungsanlagen fokussiert sind.
Ein konkretes Beispiel für die Wirkung des Programms zeigt das Projekt in der Wiener Gemeindebezirk 19: Dort wurden durch DEPEAT geförderte Maßnahmen in 15 Altbauten die Heizkosten um durchschnittlich 45 Prozent gesenkt. Besonders beeindruckend ist dabei die Kombination aus energetischer Modernisierung und sozialer Ausgleichsfunktion: Während die Hausbesitzer durch die Förderung nur noch 30 Prozent der ursprünglichen Sanierungskosten tragen mussten, konnten sie gleichzeitig ihre Heizkosten um bis zu 50 Prozent reduzieren – ein Effekt, der besonders in der aktuellen Energiekrise spürbar ist. Das zeigt, dass die DEPEAT-Initiative nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Trotz der positiven Bilanz gibt es noch Lücken: Laut einer Studie des Instituts für nachhaltige Entwicklung (INE) fehlen in vielen Regionen Österreichs noch gezielte Förderprogramme für die Sanierung von Mehrfamilienhäusern. Besonders in ländlichen Gebieten gibt es oft noch zu wenig Aufklärung über die Möglichkeiten der energetischen Sanierung, und viele Hausbesitzer scheuen sich vor den hohen Investitionskosten. Hier könnte die DEPEAT-Initiative durch eine stärkere Zusammenarbeit mit lokalen Energieberatern und Sanierungsunternehmen mehr Impulse setzen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Integration erneuerbarer Energien. Während die meisten DEPEAT-Projekte bisher auf die Sanierung der Gebäudehülle fokussiert haben, fehlt es noch an einer systematischen Förderung von Photovoltaik-Anlagen oder Wärmepumpen. Laut einer Studie des Öko-Instituts Wien könnten durch die Kombination aus Sanierung und erneuerbaren Energien die CO₂-Emissionen in Gebäuden um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Hier könnte die DEPEAT-Initiative durch gezielte Förderprogramme eine Brücke schlagen.
Zusammenfassend zeigt die DEPEAT-Initiative, dass eine Kombination aus energetischer Modernisierung, sozialer Ausgleichsfunktion und Integration erneuerbarer Energien der Schlüssel für eine erfolgreiche Gebäudesanierung in Österreich ist. Während das Programm bereits positive Ergebnisse zeigt, gibt es noch viel Potenzial für eine noch stärkere Ausweitung und eine bessere Vernetzung mit anderen Förderprogrammen. Besonders in der aktuellen Energiekrise ist es wichtig, dass die DEPEAT-Initiative weiter ausgebaut wird, um die Energieeffizienz in Österreichs Gebäuden nachhaltig zu steigern.
- Seit 2018 wurden über 1.200 DEPEAT-Projekte in ganz Österreich umgesetzt, davon rund 800 in Niederösterreich und Steiermark.
- Durch die DEPEAT-Initiative konnten bereits 150.000 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden.
- Die durchschnittliche Kostenersparnis durch energetische Sanierung liegt bei 40–50 Prozent der ursprünglichen Investitionskosten.
- Über 60 Prozent der Fördergelder wurden für die Modernisierung von Heizungssystemen und Dämmung verwendet.
- Das Programm „DEPEAT Plus“ ermöglicht zusätzlichen Zuschuss für Haushalte mit niedrigem Einkommen bis zu 50 Prozent der Sanierungskosten.


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